Kein Philosoph hat die Tüftler und Bastler, die weltfernen Mathematiker, bescheidenen Ingenieure und die verkannten Genies begleitet, die sie auf den Weg brachten.

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Zu den Irrtümern, die der Text heiter zitiert, zählt auch ein 1970 im "Kursbuch" veröffentlichter Lobgesang über neue Medien.

Spöttisch kommentiert der Essayist den "schneidigen Ton" des alten Textes - und beschweigt augenzwinkernd dessen Autor: Hans Magnus Enzensberger.

------------------------------------------------------------------- Es hat lange gedauert, bis die Menschheit anfing, sich über die Medien, die ihr gegeben waren, den Kopf zu zerbrechen. Auch über die neueren Medien wurde erst mit gehöriger Verspätung nachgedacht.

Erst die Sprache - dann die Grammatik, die Rhetorik, die Linguistik, die Sprachphilosophie; erst die Schrift - dann die Reflexion auf die Schriftlichkeit; erst die Münze - dann die Numismatik. Sie haben sich gleichsam naturwüchsig, hinter dem Rücken der Gesellschaft entfaltet.

Die Diskussion über Computer und neue Medien wird beherrscht von Heilsverkündern und Apokalyptikern.

Beide haben etwas gemeinsam: Propheten sind gegen die Tatsachen immun.Von Hans Magnus Enzensberger Enzensberger, 1929 in Kaufbeuren geboren, ist als Lyriker und Essayist, als Zeitschriftengründer ("Kursbuch") und Herausgeber der Reihe "Die Andere Bibliothek" eine intellektuelle Institution.Sein jüngster Essay beruht auf einem Vortrag, den er im Dezember in Erfurt hielt.Ebenso unbeobachtet kamen Fotografie und Film zur Welt.Daguerre und Talbot, die Brüder Lumière, Etienne-Jules Marey und Georges Méliès vollbrachten ihr Werk in selbst gebauten Ateliers und Labors, in Scheunen und auf Jahrmärkten, nicht in den Räumen einer Universität.Lange bevor Kracauer seine filmtheoretischen Werke schrieb, hatte der deutsche Generalstab die Gründung der "Ufa" betrieben, weil er erkannte, welche Möglichkeiten dieses Medium der Propaganda eröffnete.